Beschreibung
Das nominell 18 Linien messende Taschenuhrwerk Cortebert 474, das es anscheinend im Laufe seiner Bauzeit in leicht unterschiedlichen Versionen gab, ist ein typisches “besseres” Ankerwerk ganz grob aus dem ersten Drittes des letzten Jahrhunderts.
Man sieht auf der goldfarbigen Grundplatine noch schön, wie die Lagersteine umbördelt, also eingefaßt sind. Spätestens ab den 1930er Jahren wurden Steine nur noch gesteckt, ohne Fassung.
Alle wichtigen Lager sind hier mit Steinen ausgestattet, und man sieht schön am oberen Rand den Kronenaufzug mit werksseitigem Hebel.
Das Räderwerk ist typisch für Taschenuhren mit Ankerhemmung: Das große Federhaus treibt das zentrale Minutenrad, gefolgt von Kleinbodenrad, dezentralem Sekundenrad auf 6Uhr und dem Stahl-Ankerrad.
Das Gesperr des Cortebert 474 besitzt eine aufwändige Sperrfeder, die auf der Unterseite der Federhausbrücke montiert ist, und das Kronrad wird auch auf der Unterseite des Federhausbrücke angetrieben.
Eine nicht stoßgesicherte, zweischenklige Bimetall-Schraubenunruh fungiert im Zusammenspiel mit einem Palettenanker als Gangregler. Die Schlagzahl von 18.000 Halbschwingungen pro Stunde kann hierbei mit Hilfe eines Rückerzeigers justiert werden.
Ein wenig seltsam ist, daß beim vorliegenden Exemplar alle Unruhschrauben auf der Unterseite schräg abgeschliffen sind, fast so, als hätten sie mehr optische als technische Funktion.
Auf der Zifferblattseite sieht man den Kupplungsaufzug. Der Winkelhebel wird hierbei werksseitig ausgelenkt, eine noch eher Form des Kupplungsaufzugs.







