Förster 2075

 
Förster 2075 |

Förster 2075

Beschreibung

Eines der frühesten Ankerwerke von Förster (Bernhard Förster) aus Pforzheim ist das große tonneauförmige Kaliber Förster 2075 mit einer Größe von 8 3/4 auf 12 Linien.

Es kam in den späten 1930er Jahren auf den Markt, und ist in den Werksuchern Anfang der 1940er Jahre bereits nachgewiesen.

Sein Nachfolger, wahrscheinlich Ende der 1940er/Anfang der 1950er Jahre, ist das Förster 2080, das noch in weiten Teilen identisch ist.

Förster 2075: alte, 7-steinige Version

alte, 7-steinige Version

Es besitzt normalerweise 15 Steine, es gibt aber auch eine einfachere, 7-steinige Version.

Förster 2075: Grundplatine

Grundplatine

Die Besonderheit dieses Werks ist, dass sich das Gesperr und die Feder des Wippenaufzugs auf der Innenseite der Grundplatine befinden, und nicht, wie bei bei den meisten Werken mit Wippenaufzug, auf der Zifferblattseite.

In der 15-steinigen Version sind alle wichtigen Lager mit Steinen ausgestattet, es gibt hierbei Ausführungen, bei denen das Kleinbodenrad zifferblattseitig einen transparenten und nicht rubinroten Lagerstein besitzt.

Förster 2075: Räderwerk

Räderwerk

Das Räderwerk dieses recht hoch bauenden Pfeilerwerks ist konventionell aufgebau:

Das Federhaus treibt das zentrale Minutenrad an, gefolgt von Kleinbodenrad, dezentralem Sekundenrad auf 6 Uhr und Ankerrad.

Förster 2075: Seitenansicht des Räderwerks

Seitenansicht des Räderwerks

Das Förster 2075 verwendet eine monometallische Schraubenunruh, die noch nicht stoßgesichert ist. Sie arbeitet mit 18.000 Halbschwingungen pro Stunde und kann mit Hilfe eines besonders langen Rückerzeigers gut reguliert werden.

Förster 2075: Detail: Anker

Detail: Anker

Es gibt Ausführungen, bei denen auf die Ankerpaletten transparent sind. Technisch dürfte das bei einem eher einfachen Palettenankerwerk wie dem vorliegenden keinen Unterschied machen.

Förster 2075: Zifferblattseite der 7-steinigen Version

Zifferblattseite der 7-steinigen Version

Auf der Zifferblattseite ist schön der Wippenaufzug zu erkennen. Er ist einfacher und damit billiger, als ein Kupplungsaufzug, aber auch hier wieder völlig ausreichend.

Förster 2075: Förster 2075: Zifferblattseite

Förster 2075: Zifferblattseite

Wenn man ganz genau hinsieht, kann man auf Position “7 Uhr” relativ weit außen sogar den Ausschnitt für eine der beiden transparenten Ankerpaletten samt eben jener Palette erkennen.

Im Labor

Das getestete Werk der "Anker"-Uhr kam im Neuzustand ins Archiv, allerdings mit gerissener Zugfeder, bekam diese ausgetauscht und einen kleinen Service, da es durch die lange Lagerzeit verharzt war.

Zeitwaagen-Ergebnis

Trotz einfachem Service sind die Gangwerte noch nicht so gut wie erhofft, ein professioneller Service könnte hier sicher noch Besserung schaffen.

horizontale Lagen
Zifferblatt oben+-0 s/Tag238°2.5ms
Zifferblatt unten+3 s/Tag247°1.7ms
vertikale Lagen
Krone rechts (12 oben)+12 s/Tag184°3.3ms
Krone oben (3 oben)-18 s/Tag182°2.8ms
Krone links (6 oben)+68 s/Tag174°3.3ms
Krone unten (9 oben)+100 s/Tag190°3.5ms

Technische Daten

Hersteller:Förster
Kaliber:2075
Größe:8 3/4 x 12''' (gemessen: 20,0 x 24,4mm)
Halbschwingungen pro Stunde:18000
Anzahl Steine:7/15
Hemmung:Anker
Unruh-Ausführungen:Nickel-Schraubenunruh
Stoßsicherung(en):keine
Unruhlagerung / Richtung Spirale:Uhrzeigersinn
beweglicher Spiralklötzchenträger:ja
Regulierorgan:Rückerzeiger mit langem Arm
Werksaufbau:
  • Anker
  • Ankerrad (Hemmungsrad), Sekundenrad, Kleinbodenrad, Minutenrad
  • Federhaus
Bauweise:Pfeilerbauweise
Aufzugstyp:Wippenaufzug
Winkelhebelfeder:4 Löcher
Befestigung Winkelhebel:geschraubt
Ausstattung:
  • s (dezentrale Sekunde)
Referenzen:Feilner: Bl. 15 582
Flume: 1942 319 905
Jacob: 1942 16005
Datenblatt:Furniturenkatalog Ende 1940er Jahre
Inventarnummer:24024

Anwendungsgalerie

Förster 2075: anonyme Herrenuhr

anonyme Herrenuhr

Förster 2075: Tewe Herrenuhr

Tewe Herrenuhr

Förster 2075: Anker Herrenuhr

Anker Herrenuhr


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Gesperr mit Sperrkegel und Feder, sowie Wippen-Feder innen auf Grundplatine, 3 Pfeiler
Gesperr, nur aus einer Feder bestehend, sowie Wippen-Feder auf Zifferblattseite, andere Form der Räderwerksbrücke, 4 Pfeiler, andere Form des Ankerklobens
Eines der Werke wurde von Marius und ein weiteres von Lars Schröder dem Uhrwerksarchiv zur Verfügung gestellt. Ganz herzlichen Dank für die tolle Unterstützung!