Beschreibung
Ende der 1940er Jahre kam das sehr hochwertige, mit nur 23,7mm Durchmesser (amerikanische Größe 8/0s oder auch 10 1/2 Linien nach europäischem Maß) eher kleine Kaliber Hamilton 748 auf den Markt, das mit einer sehr ungewöhnlichen Konstruktion der direkten Zentralsekunde Aufmerksamkeit erregt.
Bis auf das Federhaus sind alle Lager, sogar das des Minutenrads, mit Steinen ausgekleidet. Und wie man auf 8 Uhr erkennt, besitzt das Lager des Kleinbodenrads sogar ein extra Lager mit Brücke.
Auf die beiden Gewinde neben dem Unruhlager kommen wir später noch zu sprechen.
Der Aufbau des Räderwerks besitzt ein Rad mehr, als üblich: Das Federhaus treibt das zentrale Minutenrad an, gefolgt vom Kleinbodenrad, Zentralsekundenrad, Sekundenrad (mit sehr großem Trieb, eigentlich sogar ein eigenes Rad) und dem Ankerrad, das erkennbar linksläufig ist.
Traumhaft schön ist die goldfarbige Glucydur-Schraubenunruh, die noch nicht stoßgesichert ist und mit zeitgemäßen 18.000 Halbschwingungen pro Stunde arbeitet. Diese können mit Hilfe eines langen, polierten Rückerzeigers justiert werden, die die Länge der Spirale mit Breguet-Endkurve festlegt.
Unter der Federhausbrücke (hier in der neueren zweiteiligen Ausführung) sind das Federhaus und das zentrale Minutenrad gelagert.
Zentralsekunderad und Kleinbodenrad laufen oberhalb der Federhausbrücke. Das große Trieb des Sekundenrads, das eigentlich ein eigenes Zahnrad ist, greift in das Zentralsekundenrad ein, ebenfalls oberhalb der Federhausbrücke. Ankerrad und Rad des Sekundenrads laufen unterhalb der Federhausbrücke bzw. unterhalb der Unruh. Das heißt, wir haben es hier mit einem zweistöckigen Aufbau zu tun.
Die besagten vier Räder werden unter einer eigenen, sehr schön geschwungenen Brücke gelagert, was am Ende auch die ungewöhnliche Zahl von 18 Steinen erklärt.
Die Zifferblattseite kann natürlich nicht mit der spektakulären Werksseite mithalten, aber auch hier gefällt die geschwungene Kombination aus Winkelhebelfeder und Winkelhebel.
Ziemlich ungewönlich ist die Befestigung des Decksteins für das zifferblattseitige Unruhlager: Das Lagerplättchen wird werksseitig(!) mit zwei Schrauben befestigt und nicht zifferblattseitig. Eine Lösung, die nicht übermäßig servicefreundlich ist, die aber auch erklärt, was es mit den oben angedeuteten beiden Gewinden neben dem Unruhlager auf sich hat.
Im Labor
Zeitwaagen-Ergebnis
Die Gangwerte auf der Zeitwaage sind auch nach über 75 Jahren noch absolut sehenswert, vor allem auch der praktisch nicht vorhandene Abfallfehler, und das bei einem festen Spiralklötzchenträger!| horizontale Lagen | |||
|---|---|---|---|
| Zifferblatt oben | +6 s/Tag | 315° | 0.0ms |
| Zifferblatt unten | +4 s/Tag | 290° | 0.1ms |
| vertikale Lagen | |||
| Krone rechts (12 oben) | +16 s/Tag | 258° | 0.0ms |
| Krone oben (3 oben) | -1 s/Tag | 254° | 0.0ms |
| Krone links (6 oben) | -17 s/Tag | 270° | 0.2ms |
| Krone unten (9 oben) | +10 s/Tag | 259° | 0.4ms |
Technische Daten
| Hersteller: | Hamilton |
| Kaliber: | 748 |
| Basiskaliber: | Hamilton 747 |
| Größe: | 8/0s (gemessen: 23,7mm) |
| Halbschwingungen pro Stunde: | 18000 |
| Anzahl Steine: | 18 |
| Hemmung: | Anker |
| Unruh-Ausführungen: | Glucydur-Schraubenunruh (zweischenklig) |
| Stoßsicherung(en): | keine |
| Unruhlagerung / Richtung Spirale: | Uhrzeigersinn |
| beweglicher Spiralklötzchenträger: | nein |
| Regulierorgan: | Rückerzeiger mit langem Arm |
| Werksaufbau: |
|
| Bauweise: | Massivbau |
| Aufzugstyp: | Kupplungsaufzug |
| Winkelhebelfeder: | 6 Löcher |
| Befestigung Winkelhebel: | geschraubt |
| Ausstattung: |
|
| Produktionszeitraum: | ca. 1948 - 1954 |
| Stückzahlen: | 232.000 |
| Referenzen: | Feilner: Bl. 31 3073 |
| Erwähnung in Artikeln (Jahre): | 1953 |
| Inventarnummer: | 24034 |








