Beschreibung
Eines der spätesten reinrassigen Quarzwerke “Made in Germany” von Junghans war die besonders flache Kaliberserie 669, zu der das hier vorgestellte Kaliber Junghans 669.31 mit 11 1/2 Linien Durchmesser und einer Datumsindikation mit Schnellkorrektur zählt.
Interessanterweise ist dieses Kaliber nicht in der offiziellen Junghans-Kaliberübersicht gelistet, vielleicht war es eine Modifikation für ein Sondermodell? Die Uhr, in der es verbaut ist, trägt auch nicht den Namen Junghans, wohl aber eine offizielle Junghans-Katalognummer und unten auf dem Zifferblatt ein “Made by Junghans Germany”.
Vergleichen mit heutigen Quarzwerken war es ziemlich groß, der Platz auf der Grundplatine wurde gut ausgenutzt, und es wurden sogar Lagersteine verbaut, zwei auf der Grundplatine und vier auf der Räderwerksbrücke.
Sogar ein mechanischer Sekundenstopp wurde auf der Werksseite umgesetzt.
Der Produktionscode “L3” datiert das Werk auf November 1983, ganz am Ende seiner Produktionszeit.
Das Räderwerk ist recht typisch für Quarzwerke: Der Rotor mit seinen Dauermagneten treibt ein Untersetzungsrad an, gefolgt vom Zentralsekundenrad und Kleinbodenrad.
Der Antrieb des Zeigerwerks erfolgt hierbei zifferblattseitig über das Trieb des Kleinbodenrads, welches übrigens nur werksseitig zapfengelagert ist, zifferblattseitig dient der breite Ring oberhalb des Triebs als Lager. Bei einem, sich nur langsam und mit wenig Kraft drehenden Rad ist das ausreichend.
Die Räderwerksbrücke sitzt auf zwei Zapfen, ein massives Werk ist wegen der geringen Kraft, die hier vorherrscht, nicht nötig.
Ein Teil des Werks ist mit Plastik ausgekleidet, u.a. auch um die Batterie zu isolieren.
Das Elektronikmodul weist keine konstruktiven Besonderheiten auf, schön ist, dass es noch mit Hilfe eines Trimmkondensators justiert werden kann.
Zifferblattseitig läßt sich gut erkennen, wie das Minutenrad durch das oben beschriebene Trieb des Kleinbodenrads angetrieben wird. Auf diesem Minutenrad befindet sich, befestigt mit einer Rutschkupplung, das Viertelrohr, welches einerseits den Minutenzeiger trägt und andererseits das (hier noch nicht zu sehende) Wechselrad antreibt, welches wiederum das Stundenrad antreibt, und auch mit dem Übertragungsrad der Kronenschaltung zur Zeitkorrektur in Verbindung steht.
Außerdem sieht man die Kupplungsschaltung der Krone und die Schnellverstellung des Datumsrings (bei 3 Uhr), die in der mittleren Kronenraste zum Einsatz kommt - ganz typisch für diese Art Quarzuhren.
Angetrieben wird das Datumsschaltrad, das sich auf Position 6 Uhr befindet, durch das Stundenrad, welches auf seiner Unterseite eine grobe, 12-zähnige Verzahnung besitzt, die mit dem großen Plastik-Datumsschaltrad in Verbindung steht.
Der bewegliche Schaltfinger verhindert, dass der Datumsmechanismus Schaden nimmt, wenn während des Schaltvorgangs (grob 20 bis 4 Uhr) das Datum über die Kronenschaltung korrigiert wird.
Trotz Datumsschaltung ist das komplette Werk nur 2,75mm hoch, recht viel flacher ginge kaum, und wenn, dann zu Lasten der Batteriegröße.
Technische Daten
| Hersteller: | Junghans |
| Kaliber: | 669.31 |
| Größe: | 11 1/2''' (gemessen: 25,8mm) |
| Höhe: | 2,75mm |
| Frequenz: | 32768 Hz |
| Anzahl Steine: | 6 |
| Hemmung: | Quarz |
| Regulierorgan: | Trimmkondensator |
| Werksaufbau: |
|
| Aufzugstyp: | Kupplungsaufzug |
| Winkelhebelfeder: | 2 Löcher |
| Ausstattung: |
|
| Produktionszeitraum: | 1978?-1983? |
| Inventarnummer: | 24029 |











