Mido 607P

 
Mido 607P

Mido 607P

Beschreibung

Größenvergleich mit einem Centstück

Größenvergleich mit einem Centstück

Kleiner als ein Centstück ist das Mido 607P, eines der kleinsten je produzierten Automaticwerke.
Sein Durchmesser beträgt lediglich 6 3/4 Linien, entsprechend 15,3mm.

Dieses, wohl Anfang der 1960er Jahre lancierte Werk ist allerdings keine echte Mido-Eigenentwicklung, es basiert auf dem Ebauche AS 1477, wurde aber exklusiv für Mido hergestellt und im Vergleich zum genannten AS-Werk um eine viertel Linie im Durchmesser verkleinert.

Grundplatine

Grundplatine

Bei dieser winzigen Größe ist es selbstverständlich, dass alle wichtigen Lager mit Steinen ausgestattet sind.

Räderwerk

Räderwerk

Das Räderwerksaufbau ist ganz klassisch, das Federhaus treibt das zentrale Minutenrad an, gefolgt von Kleinbodenrad, Sekundenrad und dem vergleichsweise großen Stahl-Ankerrad.

Seitenansicht des Räderwerks

Seitenansicht des Räderwerks

Für eine Zentralsekunden-Indikation war in dieser Ausführung kein Platz, es gibt allerdings das Kaliber Mido 0607P mit Zentralsekunde.

Incastar-Reglage

Incastar-Reglage

Eine Besonderheit dieses Werks stellt die Incastar-Reglage dar: Bei ihr wird die effektive Länge der Spirale nicht dadurch justiert, dass sie zwischen zwei Rückerstiften mehr oder weniger eingeklemmt wird, sondern sie wird zwischen zwei Rollen spiel-frei eingeklemmt. Durch Drehen der äußeren Rolle kann die Länge der freischwingenden Spirale so justiert werden, dass die noch recht langsam 18000 Halbschwingungen möglichst exakt erreicht werden.

Selbstverständlich ist die moderne, schraubenlose Glucydur-Unruh durch zwei Incabloc-Lager gegen Stöße gesichert.

Werk ohne Automaticmodul

Werk ohne Automaticmodul

Ohne das aufgesetzte Automaticmodul macht dieses Werk einen recht normalen Eindruck, man erkennt allerdings schon die Lager für die Zahnräder des Automaticmoduls.

Unterseite Automaticmodul

Unterseite Automaticmodul

Das Automaticmodul ist äußerst kompakt ausgeführt, es besteht aus zwei miteinander verbundenen Klinkenwechslern (links unten erkennt man eine der Klinken) und einem sehr großen Übertragungsrad, das ein weiteres, zweites Übertragungsrad erspart.

Werk ohne Rotor

Werk ohne Rotor

Der achsengelagerte Rotor wirkt auf die beiden oberen Räder der Klinkenwechsler ein, je nach Drehrichtung des Rotor überträgt eines der beiden Räder die Kraft vom oberen auf das untere Klinkenwechselrad, während sich das andere Klinkenwechselrad-Paar im Freilauf befindet.
Auf diese Weise wird sichergestellt, dass sich das Übertragungsrad immer in derselben Richtung dreht und das Sperrrad stets spannt.

Innenansicht Rotor

Innenansicht Rotor

Zifferblattseitig erkennt man den Kupplungsaufzug (hier mit gebrochener Winkelhebelfeder), sowie das flache Incabloc-Lager, das in dieser Form keine Lyrafeder besitzt.

Mido 607P: Zifferblattseite

Mido 607P: Zifferblattseite

Leider werden solche technischen Kunstwerke heute nicht mehr wertgeschätzt, so dass auch das vorliegende Exemplar aus einer inzwischen eingescholzenen Gold-Uhr stammt, die wegen ihrer winzigen Größe wohl nie wieder an ein Handgelenk gekommen wäre. Wirklich schade!

Technische Daten

Hersteller:Mido
Kaliber:607P
Basiskaliber:AS 1477
Größe:6 3/4''' (gemessen: 15.3mm)
Halbschwingungen pro Stunde:18000
Anzahl Steine:17
Unruh-Ausführungen: Glucydur-Ringunruh (zweischenklig)
Stoßsicherung(en): Incabloc
Unruhlagerung / Richtung Spirale:Uhrzeigersinn
beweglicher Spiralklötzchenträger:ja
Regulierorgan:Incastar
Werksaufbau:
  • Anker
  • Ankerrad (Hemmungsrad), Sekundenrad, Kleinbodenrad, Minutenrad
  • Federhaus
Bauweise:Massivbau
Aufzugstyp:Kupplungsaufzug
Winkelhebelfeder:3 Loch/Löcher
Ausstattung:
  • AUT (Automatikaufzug)
Referenzen: Ebauches: Band 1, Anhang
Flume: 1962 82
Inventarnummer:22010

Anwendungsgalerie

Mido Multifort Powerwind Damenuhr  (Gehäuse fehlt)

Mido Multifort Powerwind Damenuhr (Gehäuse fehlt)

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