Beschreibung
1955 brachte die erste Moskauer Uhrenfabrik, später unter dem Namen “Poljot” bekannt, ihr erstes Automaticwerk, das Kaliber Rodina aka Poljot 2415A, auf den Markt.
Mit über 6mm Höhe baute es noch recht hoch und wurde 1962 durch das Kaliber Poljot 2415 ersetzt.
Die Grundplatine zeigt ein ordentlich verarbeitetes Werk, bei dem alle wichtige Lager mit Steinen ausgestattet sind.
Da ein klassischer Räderwerksaufbau auf dem Stand der 1950er Jahre genutzt wurde, gibt es ein zentrales Minutenrad, das unter einem eigenen Kloben gelagert ist, und direkt vom Federhaus angetrieben wird.
Auch das restliche Räderwerk ist zeitgemäßer Standard: Das Minutenrad treibt das Kleinbodenrad an, gefolgt vom Zentralsekundenrad und schließlich dem Ankerrad.
Es ist leicht vorstellbar, dass diese Konstruktion einen recht hohen Werksaufbau zur Folge hat. Der Nachfolger kommt mit einer modernerern Konstruktion auf unter 4mm Bauhöhe, was aber natürlich auch an einer anderen Automatic-Konstruktion liegt.
Mit 18.000 Halbschwingen, die die stoßgesicherte Schraubenunruh pro Stunde vollführt, handelt es sich um einen zeitgemäßgen Langsamschwinger. Sehr positiv ist, dass die Regulierung mit Hilfe eines, wenn auch nur kurzen, Rückerzeigers erfolgt, und die Unruhspirale eine Breguet-Endkurve besitzt. Als Hemmung kommt eine schweizer Palettenankerhemmung zum Einsatz.
Um den Automaticaufzug bei Handaufzug zu entkoppen wird eine Lamellenkupplung auf dem Sperrrad verwendet, so wie es diverse andere Hersteller zu dieser Zeit auch machten.
Der Automaticmechanimus erstreckt sich über einen Großteil des Werks, u.a. ist das vorletzte Reduktionsrad in der Nähe des Kronrads platziert. Das Lager ist durch einen Ausschnitt der Kronrad-Abdeckung erreichbar, das Kronrad ist “hohl” ausgeführt.
Der Automaticmechanisms besteht aus einem Wippenwechsler, der auf da erste Reduktionsrad einwirkt, gefolgt von einem weiteren Reduktionsrad und schließlich dem doppelten Sperrrad mit Lamellenkupplung.
Für die Gleichrichtung sorgt eine Sperrklinke, die auf das erste Reduktionsrad einwirkt und dafür sorgt, dass der Wippenwechsler die Drehrichtung des Rotors umschaltet. Der Rotor kann somit in beiden Drehrichtungen aufziehen.
Der Rotor ist achsengelagert.
Das Achsenlager des Rotors ist mit einem Rubin ausgekleidet.
Schön zu erkennen ist, dass der Rotor einen größeren Durchmesser hat, als das Werk selber, und darf daher erst montiert werden, wenn das Werk bereits eingebaut ist.
Die Zifferblattseite ist unspektakulär. Man erkennt die Poljot-eigene “Kirowskie”-Stoßsicherung, sowie auf der gegenüberliegender Seite den Kupplungsaufzug.
Um ein wenig Bauhöhe zu kaschieren, ist die zifferblattseitige Platine am Rand abgeschrägt.
Im Labor
Zeitwaagen-Ergebnis
Bei diesem gut gebrauchten Werk macht sich leider das Alter recht stark bemerkbar.| horizontale Lagen | |||
|---|---|---|---|
| Zifferblatt oben | -7 s/Tag | 233° | 2.6ms |
| Zifferblatt unten | +-0 s/Tag | 265° | 2.5ms |
| vertikale Lagen | |||
| Krone rechts (12 oben) | -60 s/Tag | 198° | 3.7ms |
| Krone oben (3 oben) | -9 s/Tag | 224° | 3.1ms |
| Krone links (6 oben) | -27 s/Tag | 205° | 2.8ms |
| Krone unten (9 oben) | -60 s/Tag | 212° | 2.8ms |
Technische Daten
| Hersteller: | Poljot |
| Kaliber: | 2415A (Rodina) |
| Basiskaliber: | Poljot 2408 |
| Größe: | 10 1/2''' (gemessen: 23,8mm) |
| Höhe: | 6,8mm |
| Halbschwingungen pro Stunde: | 18000 |
| Anzahl Steine: | 22 |
| Hemmung: | Anker |
| Unruh-Ausführungen: | Glucydur-Schraubenunruh (zweischenklig) |
| Stoßsicherung(en): | Kirowskie-Poljot |
| Unruhlagerung / Richtung Spirale: | Uhrzeigersinn |
| beweglicher Spiralklötzchenträger: | nein |
| Regulierorgan: | Rückerzeiger mit kurzem Arm |
| Werksaufbau: |
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| Bauweise: | Massivbau |
| Aufzugstyp: | Kupplungsaufzug |
| Winkelhebelfeder: | 2 Löcher |
| Befestigung Winkelhebel: | gesteckt |
| Ausstattung: |
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| Referenzen: | Flume: K2 - |
| Inventarnummer: | 24053 |














