Rego 201

 
Rego 201

Rego 201

Beschreibung

Rego / Lapanouse stellte bis in die 1980er Jahre recht interessante Stiftankerwerke her, deren Qualität von sehr einfach bis ziemlich hochwertig eine große Bandbreite überstrichen. Das hier vorgestellte Rego 201 gehört zu den besten Werken aus dem Hause Rego.

Grundplatine

Grundplatine

Schon anhand der Grundplatine kann man erkennen, dass es sich zwar um ein Pfeilerwerk handelt, dieses aber recht hochwertig ausgeführt ist, insbesondere da alle wichtigen Lager mit synthetischen Rubinen ausgekleidet sind.

Räderwerk

Räderwerk

Das Räderwerk ist gleichzeitig modern und an alte und einfache Roskopf-Werke angelehnt, da es kein zentrales Minutenrad gibt. Das Federhaus treibt direkt das Großbodenrad an, gefolgt vom Kleinbodenrad, Zentralsekundenrad und Ankerrad.

Seitenansicht des Räderwerks

Seitenansicht des Räderwerks

Als Hemmung kommt eine Stiftankerhemmung zum Einsatz.

Das Rego 201 arbeitet mit 18000 Halbschwingungen pro Stunde. Die genauze Schlagzahl der schraubenlosen dreischenkligen Ringunruh kann mit Hilfe eines ziemlich langen Rückerzeigers justiert werden.

Da dieses Werk Ende der 1950er Jahre auf den Markt kam, ist die Unruh schon stoßgesichert, sie läuft in zwei KIF Protechoc-Lagern.

Anker

Anker

Ein wenig kurios mutet die Konstruktion der Ankerradgabel an: Sie ist auf den eigentlichen Anker genietet!

Federhausbrücke

Federhausbrücke

Ungewöhnlich ist auch, dass die Federhausbrücke mit ihrem darauf montierten Kronrad als eine Art Dreiviertelplatine ausgeführt ist, durch die die Achse des Großbodenrads durchgeht. Die restlichen Räder liegen im ausgesparten Bereich der Platine.

Federhausbrücke montiert

Federhausbrücke montiert

Auf die Federhausbrücke wird die Räderwerksbrücke gesetzt, die tatsächlich alle Räder lagert.

Wenn man sich diese genauer ansieht, wird man erstaunt feststellen, dass nicht nur von 17 Steinen die Rede ist, sondern es auch fünf Lager gibt. Das ist insofern bemerkenswert, als dass das Räderwerk nur aus vier Zahnrädern besteht.

Räderwerksbrücke

Räderwerksbrücke

Des Rätsels Lösung: Um die verkaufsfördernde Zahl von 17 Steinen zu erreichen (die lustigerweise auf dem Zifferblatt gar nicht ausgewiesen wird - hier ist nur von 15 Steinen die Rede), wurde einfach ein Blind-Lager eingefügt, mit einem Loch- und einem Deckstein. Der Deckstein ist dabei deutlich heller ausgeführt.

Rutschkupplung Federhaus

Rutschkupplung Federhaus

Da das Rego 201 kein zentrales Minutenrad besitzt, muß der Antrieb des Zeigerwerks auf der Zifferblattseite erfolgen. Hierfür befindet sich auf dem Federhaus ein, mit einer Rutschkupplung befestigtes Antriebsrad, welches auf das Minutenrohr einwirkt.

Rego 201: Zifferblattseite

Rego 201: Zifferblattseite

Das Stundenrohr wird über ein ganz reguläres Wechselrad angetrieben.

Man erkennt auf der Zifferblattseite noch sehr gut den zwar einfachen, aber doch sehr funktionssicheren Kupplungsmechanismus für den Aufzug. Im Gegensatz zu manch filigranerer Konstuktion “besserer” Ankerwerke ist dieser so robust ausgeführt, dass auch bei häufiger Bedienung sicher nichts brechen wird, so wie dies bei den genannten “besseren” Werken oft bei deren Winkelhebelfeder passiert.

Technische Daten

Hersteller:Rego
Kaliber:201
Anzahl Steine:15
Hemmung:Stiftanker
Unruh-Ausführungen: Nickel-Ringunruh
Stoßsicherung(en): KIF Protechoc
Unruhlagerung / Richtung Spirale:Uhrzeigersinn
beweglicher Spiralklötzchenträger:nein
Regulierorgan:Rückerzeiger mit langem Arm
Werksaufbau:
  • Anker
  • Ankerrad, Sekundenrad, Kleinbodenrad, Federhaus, Großbodenrad
Bauweise:Pfeilerbauweise
Aufzugstyp:Kupplungsaufzug
Winkelhebelfeder:1 Loch/Löcher
Ausstattung:SCD
Funktionen:Stunde, Minute, Sekunde
Halbschwingungen pro Stunde:18000
Größe:9 3/4''' (gemessen: 22,0mm)
Literatur: Flume: 1958 39
Inventarnummer:20027

Anwendungsgalerie

Cimier Luxe Herrenuhr

Cimier Luxe Herrenuhr

Dieses Werk samt Uhr wurde dem Uhrwerksarchiv von Wilfried überlassen. Ganz herzlichen Dank für die tolle Unterstützung.