Cyma 480

 
Cyma 480

Cyma 480

Beschreibung

Etwas über 100 Jahre lang stellte Cyma eigene Werke in sehr hoher Qualität her, darunter auch einige wenige Automatic-Kaliber.

Das Cyma 480 darf mit Sicherheit als das beste und gleichzeitig letzte hauseigene Automaticwerk bezeichnet werden, das Mitte der 1950er Jahre den Höhepunkt der Entwicklung im Hause Cyma markierte.

Es war sogar so gut, dass Longines dieses Werk verbaute, dort unter der Bezeichnung Longines 380.

Grundplatine

Grundplatine

Bei der goldfarbigen Grundplatine fallen gleich zwei Dinge ins Auge: Erstens besitzt das mit 12 1/2 Linien ohnehin schon sehr große Werk ein fast maximal großes Federhaus und zweitens haben wir es hier mit einem sehr eigenwilligen Werksaufbau zu tun, erkennbar an dem verdächtig weit außen liegenden Lager bei 7:30 Uhr und der Rubinachse bei 8 Uhr Richtung Werksmitte.

Unterseite Minutenradbrücke

Unterseite Minutenradbrücke

Die Minutenradbrücke besitzt einen Lagerstein für das Minutenrohr und eine Aussparung für das im folgenden beschriebene Übertragungsrad:

Minutenrad und Übertragungsrad

Minutenrad und Übertragungsrad

Da das Minutenrohr selber nur einen kleinen Zahnkranz aber kein weiteres Zahnrad zur Untersetzung besitzt, verwendet das Cyma 480 ein Übertragungsrad, hin zum Großbodenrad. Dieses Übertragungsrad besteht auch wiederum nur aus dem Zahnkranz, stellt also ebenfalls keine Übersetzungsstufe war. Es ist auf einer Rubinachse gelagert, welche gleichzeitig Lagerstein für das Kleinbodenrad ist.

Brücke mit Minuten- und Übertragungsrad

Brücke mit Minuten- und Übertragungsrad

Die vertikale Lagerung des Übertragungsrads erfolgt über die Minutenradbrücke.

Unterseite Räderwerksbrücke

Unterseite Räderwerksbrücke

Unter der Räderwerksbrücke sind Ankerrad- Klein- und Großbodenrad gelagert.

Under dem, was wie eine Aussparung für ein weiteres Zahnrad plus Metalllager aussieht, befindet sich beim Kaliber 480 nichts, bei anderen Kalibern, beispielsweise Cyma 481 mit dezentraler Sekundenanzeige auf 6 Uhr, wäre hier das Sekundenrad gelagert.

Räderwerk

Räderwerk

In Summe stellt sich der höchst ungewöhnliche Räderwerksaufbau wie folgt dar:

Das Federhaus treibt das zentrale Minutenrohr an, gefolgt von einem Übertragungsrad, das auf das weit außenliegende Großbodenrad einwirkt. Dieses treibt das Kleinbodenrad an, gefolgt vom zentralen Sekundenrad und schließlich dem Stahl-Ankerrad.

Seitenansicht des Räderwerks

Seitenansicht des Räderwerks

In der Seitenansicht kann man schön erkennen, dass das Kleinbodenrad die Stein-Achse als Lager verwendet.

Als Gangregler dieses außergewöhnlichen Werks wird eine sehr große, goldfarbige Glucydur-Schraubenunruh verwendet, die in einem Cymaflex-I-Stoßsicherungslager läuft und mit langsamen 18000 Halbschwingungen pro Stunde arbeitet.

Die exakte Schlagzahl wird mit Hilfe eines langen Rückerzeigers eingestellt.

ohne Automaticmodul

ohne Automaticmodul

Unter der Räderwerksbrücke sind Sekundenrad und Federhaus gelagert - eine Kombination, die nur selten anzutreffen ist!

Wenn der Rotor dem Werk Energie zuführt, ist über eine Wippe bei 9 Uhr der Handaufzug abgekoppelt.

Innenansicht Automaticmodul

Innenansicht Automaticmodul

Auf der Unterseite des mit drei Schrauben befestigten Automaticmoduls sorgen zwei federnd gelagerte Klinken der nachfolgend beschriebenen Klinkenmodule dafür, dass der Aufzug nur in einer Richtung erfolgt.

Unterseite Klinkenmodul

Unterseite Klinkenmodul

Der Selbstaufzug ist in Form eines Exzenters ausgeführt, der über zwei Klinkenmodule, bestehend aus einer rubingelagerten Rolle, die in den Exzenter des Rotors eingreift, und einer Klinke mit Feder, die in das zentrale Übertragungsrad des Automaticmoduls eingreift. Die Klinke garantiert ebenfalls, dass der Aufzug nur in einer Richtung erfolgt.

Zum Kronrad gibt es nur noch eine Stufe, ein Reduktionsrad.

Oberseite Klinkenmodul

Oberseite Klinkenmodul

Die zwei Klinkenmodule sind beweglich gelagert, um eingreifen zu können bzw. in den Leerlauf zu gelangen.

montiertes Automaticmodul, ohne Rotor

montiertes Automaticmodul, ohne Rotor

Wie man recht gut erkennen kann, stehen beide Klinkenmodule über ihre Hebel in loser Verbindung und können sich damit gegenseitig in die optimale Position bringen.

Unterseite Rotor

Unterseite Rotor

Der Rotor trägt auf seiner Innenseite den Exzenter. Er ist achsengelagert und besitzt ein Rubinlager.

Cyma 480: Zifferblattseite

Cyma 480: Zifferblattseite

So komplex das Basiswerk und das Automaticmodul sind, so einfach ist dieses Werk auf der Zifferblattseite.

Das Cyma 480 nutzt selbstverständlich einen Kupplungsaufzug, und ist auf der Außenseite leicht abgeschrägt um in Verbindung mit einem entsprechend abgeschrägten Zifferblatt ein wenig Bauhöhe zu kaschieren. Damals, in den 1950er Jahren konnten Uhren gar nicht flach genug sein.

Technische Daten

Hersteller:Cyma
Kaliber:480
Anzahl Steine:27
Hemmung:Anker
Unruh-Ausführungen: Glucydur-Schraubenunruh
Stoßsicherung(en): Cymaflex I
Unruhlagerung / Richtung Spirale:Uhrzeigersinn
beweglicher Spiralklötzchenträger:nein
Regulierorgan:Rückerzeiger mit langem Arm
Werksaufbau:
  • Anker
  • Ankerrad, Kleinbodenrad, Großbodenrad
  • Zentralsekundentrieb, Federhaus
  • Übertragungsrad, Minutenrad
Bauweise:Massivbau
Aufzugstyp:Kupplungsaufzug
Winkelhebelfeder:4 Loch/Löcher
Ausstattung:AUT,SCD
Funktionen:Stunde, Minute, Sekunde, Automatik-Aufzug
Halbschwingungen pro Stunde:18000
Größe:12 1/2''' (gemessen: 27,8mm)
Produktionszeitraum:1955 - 19??
Literatur: Flume: K2 -
Inventarnummer:20004

Anwendungsgalerie

Cyma Autorotor Herrenuhr (ohne Gehäuse)

Cyma Autorotor Herrenuhr (ohne Gehäuse)

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